Unser Verein wurde im Jahr 1908 gegründet und gehört mit über 100 Mitgliedern (davon sind etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche) zu den größten Schachvereinen in Rheinland-Pfalz. Mit insgesamt 9 Mannschaften und mehreren Mannschaften in der Nachwuchsliga nehmen wir aktiv am Spielbetrieb teil. NEUGIERIG geworden? Egal wie alt, egal ob Anfänger oder erfahrener Vereinsspieler - scheuen Sie sich nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen! Unser Spielabend findet samstags ab 15 Uhr (Jugend und Erwachsene) bzw. ab 17 Uhr (Erwachsene) im Otto-Hahn-Gymnasium (Eingang blaues Tor in der Langstraße) statt.

Spielbetrieb Jugend 18/19

Spielbetrieb Frauen 18/19

Einige Überblicksgrafiken zur Deutschen Schach-Online-Liga

Mit ihrem überraschenden Rückzug verschaffte die erste Mannschaft des TuRa Harksheide dem SK Landau in der fünften Spielwoche der DSOL eine willkommene Atempause. Diese wurde an der Queich nicht nur dazu genutzt, um sich auf das extrem wichtige Duell gegen Lübeck (Dienstag, 4. August, 19:30 Uhr) vorzubereiten. Vielmehr gewannen die Südpfälzer endlich ein wenig Überblick über dieses neue Liga-Format und seine Akteure. 246 gemeldete Mannschaften, 1803 Spielerinnen und Spieler – so lauten die offiziellen Zahlen. Doch: Wie spielstark ist die DSOL? Wie alt? Wie weiblich? Wo in Deutschland ist sie zuhause? Wie viele Vereine engagieren sich in ihr? Diesen Fragen sind wir mit Hilfe der vom Deutschen Schachbund frei zur Verfügung gestellten Daten (vgl. DSOL-Seite, DWZ-Datenbank, Mitgliederstatistik) nachgegangen. Die Ergebnisse haben wir in ein paar einfache Grafiken gegossen, um so den Charakter der neuen Liga zu veranschaulichen.

Es ist die große Stärke der DSOL, dass sie Vereine miteinander ins Spiel bringt, die ansonsten kaum voneinander wüssten, wodurch sich neue Perspektiven auf das Schach in Deutschland auftun und (hoffentlich!) der eine oder andere bleibende Kontakt neu entsteht. Unter anderem werden in der ostfriesischen Schachszene nun westpfälzische Blogs gelesen, wie der folgende Screenshot von der Begegnung VfR Heisfelde – TSG Eisenberg (31. Juli, Liga 4A) deutlich macht:

 

Dieses neue Miteinander bringt aber auch eine neue Unübersichtlichkeit mit sich, denn in der Tabelle finden sich nun nicht die altbekannten Nachbarvereine und Langzeitkonkurrenten, sondern plötzlich Vereinsnamen, die man bislang nicht einmal vom Hörensagen kannte.

Eine ausgezeichnete Möglichkeit, um schnell einen ersten Eindruck von den neuen Liganachbarn zu gewinnen, bietet die von der Deutschen Schachjugend betriebene interaktive Karte schach.in/deutschland, die nicht nur unmittelbar sichtbar macht, wo der jeweilige Verein in Deutschland zu Hause ist, sondern auch, wie er sich selbst darstellt – die Vereinshomepage ist von der Suchmaske immer nur zwei Klicks entfernt!

Ausgehend von unseren unmittelbaren Begegnungen in Liga 1D haben wir uns darüber hinaus vier Aspekte etwas näher angesehen: (1) Die DWZ-Verteilung der Spielerinnen und Spieler, (2) die Präsenz der Landesverbände, (3) die Anzahl von Spielerinnen und schließlich (4) die Altersstruktur.

1. Spielstärke

Ein wenig überrascht waren wir Mitte Juni schon, dass es eine Truppe, die in der Oberliga Süd-West chancenlos wäre (sorry, Jungs!), in die oberste Etage der neuen Online-Liga verschlagen hat. Doch die Erklärung ist einfach: Zum einen sind im Vergleich zum regulären Ligabetrieb in den höheren Regionen mehr Startplätze zu vergeben, zum anderen half der Umstand, dass zur Einstufung nur die ersten Vier der Setzliste berücksichtigt werden. Das ergab einen DWZ-Schnitt von 2150 und Gesamtrang 21, während der DWZ-Schnitt des gesamten Landauer DSOL-Kaders bei 1873 liegt!

Die DWZ-Verteilung der Liga sieht folgendermaßen aus:

Spitzenmannschaft der Landauer DSOL-Gruppe zieht sich zurück – Gründe noch unbekannt

Eigentlich sollte unser Bericht zum 5. Spieltag (= 6. Runde) der DSOL unter dem Titel „Die Tabelle lügt nicht mehr“ erscheinen. Denn neben den regulären Spielterminen der Woche war für diesen Montag (27. Juli, 19:30 Uhr) auch die bislang noch nicht ausgetragene Erstrundenpaarung TuRa Harksheide I – SK Gründau angesetzt, womit zum ersten Mal alle Mannschaften in Gruppe D die gleiche Anzahl von Spielen absolviert gehabt hätten. Doch anstatt endlich übersichtlich ist die Tabelle in Gruppe D nun so schief wie nie zuvor. Was ist geschehen?

Etwas weniger als zwei Stunden vor dem geplanten Nachtragsspiel teilte Henrik Meyer, Mannschaftsleiter von Harksheide I, per Email der DSOL-Turnierleitung in knapper Form den Rückzug seiner Mannschaft mit. Wenig später wussten die betroffenen Mannschaften in Gruppe D Bescheid, insbesondere die vermutlich bereits mit dem Aufwärmen beschäftigten Schachfreunde aus Gründau. Mit SC Garching (Liga 1B, vor Beginn), LSV Turm Lippstadt (1C, vor Beginn), SC Ober-Ramstadt (6C, vor Beginn), SV Ardeyhöhe (3B, nach kampflosem 0:4 in Runde 1) und SC Agon Neumünster (5D, nach zwei gespielten Runden) liegt die Zahl der Rückzüge in der DSOL damit bei sechs – angesichts von insgesamt 246 gemeldeten Mannschaften eine überschaubare Anzahl.

Den recht späten Rückzug kann man so deuten, dass in Harksheide bis kurz vor Rundenbeginn händeringend versucht wurde, doch noch eine Mannschaft an die Bretter zu bringen, jedoch die Herausforderung einer „Englischen Woche“ letztlich nicht zu stemmen war. Das bleibt allerdings Spekulation, solange eine Erklärung der Norderstedter, die mit zwei weiteren Mannschaften (Ligen 1C und 6C) in der DSOL vertreten bleiben, aussteht.

Auf die jetzt ausfallende Begegnung (geplant: Dienstag, 28. Juli, 19:30 Uhr) mit der qua Aufstellung DWZ-stärksten Mannschaft der Gruppe hatte man sich in Landau lange gefreut, war Harksheide doch gleich zu Beginn der DSOL mit einem originellen Kiebitz-Video auf ihrem YouTube-Kanal (vgl. dazu Post #576 hier) aufgefallen und in der Chessbase-Berichterstattung prominent vertreten gewesen (vgl. hier und besonders hier). Statt Härtetest also Spielpause!

Sportlich verändert sich für die Südpfälzer insgesamt wenig. Statt an Platz 4 steht man nun zwar wieder auf dem für die Playoffs ausreichenden Tabellenplatz 2, doch sowohl der bislang stark auftretende Spitzenreiter SK Gründau (zwei Punkte Vorsprung) als auch der mit Landau punktgleiche SV Dinslaken haben noch je ein Spiel mehr zu absolvieren. Darüber hinaus bleibt das Landauer Restprogramm hammerhart: Zuerst wartet Dinslaken-Bezwinger und Tabellennachbar Lübeck (4. August, 19:30 Uhr), anschließend dann Dinslaken selbst (11. August, 19:30 Uhr). Wollen die Südpfälzer ihre Viertelfinal-Chancen wahren, werden sie in diesen Duellen kräftig punkten müssen. Damit bleibt nur eines: Die ungeplante Unterbrechung des dichten DSOL-Spielplans als willkommene Verschnaufpause für Spieler wie Berichterstatter zu nutzen. Das Wetter in der deutschen Toskana passt jedenfalls bestens dazu!

Frischer Auftritt der Landauer Equipe reicht nur zu 2:2 gegen Biebertal

Mit Tabellenführer Dinslaken sowie den +2200-Teams Harksheide und Lübeck warten auf Landau in den letzten drei Runden der DSOL (ab 28. Juli) die absoluten Schwergewichter der Gruppe D. Damit war am vierten Spieltag (= Runde fünf) für die Südpfälzer ein Sieg absolute Pflicht, um noch Chancen auf einen überraschenden Playoff-Einzug zu wahren. Doch die Biebertaler Schachfreunde, deren engen Kampf gegen Dinslaken wir genau beobachtet hatten, waren nach zwei Remis und einer Niederlage mit Sicherheit selbst hungrig auf den ersten Sieg. Es war angerichtet für ein packendes Duell!

An der Queich war auch beim vierten DSOL-Match Rotation angesagt: Die psychologisch schwierige Runde direkt nach der Klatsche gegen Gründau war genau der richtige Moment, um zum ersten Mal Routinier Uwe „Akiba“ Hünerfauth auflaufen zu lassen. Es ergaben sich folgende Paarungen (Landau hatte an Brett 2 und 3 Weiß):

Björn – FM Alexander Krastev (2309)

Uwe – Christopher Ottway (1923)

Daniel – Stephan Michel (1834)

Tobias – Tim Hafensteiner (1776)

Gespannt waren die Kiebitze vor allem, wie sich Daniel an Brett 3 schlagen würde, hatte er bei seinen zwei Auftritten doch de facto noch keine Partie gespielt: In Runde 1 trennte sich sein Gegner früh einzügig von einem ganzen Turm, in Runde 3 misslang Daniel die Eröffnung selbst so gründlich, dass er eine krachende Niederlage ohne Gegenwehr quittieren musste. Doch in Runde 5 sollte Daniel all das versäumte Schach mit einem Schlag nachholen.

Ermutigt durch die etwas kreative Eröffnungsbehandlung des Nachziehenden machte der eigentlich recht friedliebende Daniel zu Beginn seinem Kampfnamen „Schirow von Impflingen“ alle Ehre und setzte mit konsequentem Angriffsschach das Brett in Flammen (Weiß am Zug):

Über die Hintergründe eines pfälzischen Tweets

Vor einiger Zeit wiesen wir auf das erfreuliche Pfalzgezwitscher der Grumbeerschacher hin, die auf Twitter – und nicht nur dort! – das Treiben der Pfälzer Vereine in der DSOL kommentierend begleiten, sofern sie nicht selbst für die TSG Eisenberg die Klingen kreuzen. Dabei hatten wir in jenem Tweet, mit dem die beiden Westpfälzer ihre Tätigkeit im März nach einer längeren Pause wieder aufnahmen, einen biblischen Unterton entdeckt. Doch da haben wir uns wohl verhört.

Denn wie „Grumbeerschach“ nun mitteilt, ist der fragliche Text („Es gibt eine Zeit“) nur zufällig mit der bekannten Stelle des Buches Kohelet ident und weder direkt noch indirekt – etwa über einst ekstatisch gefeierte Rock-Vöglein – durch die Bibel inspiriert.

Vielmehr outen sich die beiden Schach-Twitterer in ihrer Replik als leidenschaftliche Cineasten mit einem Schwerpunkt auf „Actionfilme aus den 80ern bis frühen 2000ern“ wobei sie schon mal „beim Schauen den halben Film mitsprechen.“ Konkret ist deshalb „Es gibt eine Zeit“ als Reminiszenz an einen Dialog aus dem Thriller „Lucky#Slevin“ (Regisseur: Paul McGuigan, 2006) zu lesen, in dem die (wiederholt gesprochenen) Worte „Es gab eine Zeit“ an die frühere Schönheit einer etwas älteren Dame erinnern. Alles klar?

Daraus lernen wir drei Dinge:

1) Cyber-Ornithologie ist noch schwieriger, als wir dachten. Umso mehr werden wir in Zukunft unsere Ohren spitzen.

2) Wir kennen nun die Genre-Bezeichnung „non-linear comic thriller“, die uns helfen wird, unser eigenes schachliches Treiben besser auf den Begriff zu bringen.

3) Wir wissen jetzt, was uns erwartet, wenn die Grumbeerschacher einmal beginnen werden, regionale Schachevents live zu kommentieren oder ihre DSOL-Partien zu streamen! Und freuen uns drauf ;-)

Nur ein Landauer glänzt bei deutlicher 1:3-Niederlage gegen Gründau

„Denn die eigentliche Motivation für uns, an diesem Turnier teilzunehmen, ist das Gewinnen von Analysematerial für unseren Onlinevereinsabend.“ Dieser bemerkenswerte Satz findet sich im (auch ansonsten lesenswerten) Bericht des ESV Rot-Weiß Göttingen zum dritten Spieltag (= vierte Runde) der DSOL. Vielleicht sollte sich der SK Landau nach dieser Runde etwas von der Haltung der Niedersachsen abschneiden, denn eine klare Niederlage gegen den SK Gründau brachte zwar keine Punkte, doch sehr gehaltvolles Analysematerial. Vor allem eine Schlüsselstellung wird die lernbegierigen Südpfälzer wohl noch etwas länger beschäftigen, lagen bei ihr doch nicht nur der Spieler am Brett, sondern auch die mitfiebernden und die Partie nachspielenden Kiebitze völlig daneben. Doch der Reihe nach…

Die Warnungen im Landauer Vorbericht blieben keine leeren Worte, vielmehr schickte man gegen Gründau zum ersten Mal die drei besten Spieler im Team gemeinsam in die Schlacht. Es ergaben sich folgende Paarungen (Landau hatte an Brett 1 und 4 Weiß):

Björn – FM Pascal Neukirchner (2229)

Justus – Kevin Felczer (2128)

Jochen – Henrik Schlößner (1979)

Matthias Le. – Christoph Deutsch (1939)

Die Vorzeichen waren somit vergleichbar mit dem Erstrundenduell gegen den SV Hemer: Dreimal DWZ-Vorteil für Landau, einmal ein kampferprobter „Derkemer“ gegen ein deutlich stärker einzuschätzendes Jungtalent.

Wie schon in der letzten Runde gegen Eppendorf verzeichnete Landau einen suboptimalen Start. Diesmal erwischte es an Brett 3 ausgerechnet den stets soliden Jochen, der als verlässliche Mannschaftsstütze der „Klingonen“ (= Landau I) in der bisherigen Offline-Oberliga-Saison noch keine Niederlage hinnehmen musste. Auf brutale Art und Weise zollte der Neo-Landauer einem überlangen Arbeitstag Tribut:

Die schwarze Stellung ist nicht ganz harmonisch, aber das Problem von 14…Sa5?? sieht Jochen an jedem anderen Tag im Blind-Bullet.

Der nächste DSOL-Gegner des SK Landau ist nicht zu unterschätzen

Nach dem Nerven zerfetzenden und viel beachteten Thriller gegen Eppendorf – Stichworte waren „faire Geste“ (Grumbeerschach; DSOL-Tweet 1; DSOL-Tweet 2), „Vereinsevent“ (DSB-Rundenbericht) und „Eröffnungskatastrophe“ (Chessbase-Rundenbericht; Sorry, Daniel!) – folgt für Landau nun am dritten Spieltag der DSOL das dritte Auswärtsspiel. Sehr zur Freude von Mannschaftsführer Tobias Grenz, denn mit technischen Herausforderungen wie z.B. dem Starten einer verspäteten Partie darf sich dann wieder der Mannschaftsführer der Gastgeber auseinandersetzen. Freude über einen leichteren Gegner herrscht in Landau indes nicht: Zwar ist Gründau eine von nur zwei Mannschaften, die in Gruppe D sogar noch hinter Landau gesetzt sind, doch mit einem eindrucksvollen 3,5:0,5 Sieg gegen den Mitfavoriten SV Lübeck (mit Fast-IM Frederik Svane) setzten die Hessen bei ihrem DSOL-Debüt sogleich ein deutliches Ausrufezeichen. Wir werfen einen kurzen Blick auf dieses Duell und zeigen, was in der Gründauer Mannschaft steckt.

Da die Erstrundenbegegnung TuRa Harksheide I – SK Gründau für den 27. Juli neu angesetzt wurde, war die Begegnung mit der ersten Mannschaft des SV Lübeck, die sich zuvor von den Biebertaler Schachfreunden 2:2 getrennt hatte (laut Bericht durchaus glücklich), der erste Auftritt der Hessen in der DSOL.

Es kam zu folgenden Paarungen (Lübeck hatte als Heimmannschaft an den Brettern 1 und 4 Schwarz):

FM Frederik Svane (2414) – FM Pascal Neukirchner (2229)

FM Ullrich Krause (2189) – Kevin Felczer (2128)

Prof. Dr. Horst Mentlein (1942) – Henrik Schlößner (1979)

Reiner Noreisch (1726) – Christoph Deutsch (1939)

Um es gleich vorweg zu nehmen: Dass Gründau nicht mit 4:0 gewann, lag nicht zuletzt an Reiner Noreisch, der an Brett 4 dem 200 DWZ-Punkte schwereren hessischen U 14-Meister Christoph Deutsch alles abverlangte (Schwarz am Zug):

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