Unser Verein wurde im Jahr 1908 gegründet und gehört mit über 100 Mitgliedern (davon sind etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche) zu den größten Schachvereinen in Rheinland-Pfalz. Mit insgesamt 10 Mannschaften und mehreren Mannschaften in der Nachwuchsliga nehmen wir aktiv am Spielbetrieb teil. NEUGIERIG geworden? Egal wie alt, egal ob Anfänger oder erfahrener Vereinsspieler - scheuen Sie sich nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen! Unser Spielabend findet samstags ab 15 Uhr (Jugend und Erwachsene) bzw. ab 17 Uhr (Erwachsene) im Otto-Hahn-Gymnasium (Eingang blaues Tor in der Langstraße) statt.

Groß ist die Zahl der Mannschaften, die für den Schachklub Landau in dieser Saison auf Punktejagd gehen, doch jede einzelne hat ihren unverwechselbaren Charakter. Während etwa das klingonenbesetzte Raumschiff Landau I in der Oberliga von einer erfolgreichen Schlacht zur nächsten eilt oder Landau IX als gelungene Kombination aus Routiniers und jungen Talenten die Kreisklasse dominiert, erweist sich Landau III unbestreitbar als die Drama-Queen unter den Teams aus dem Südpfälzer Schachmekka. Setzt sich die Dritte an die Bretter, ist vieles möglich – jedoch sicher nichts, das mit Adjektiven wie „erwartbar“,  „souverän“ oder gar „geplant“ zu beschreiben wäre. Egal ob es in der 1.Pfalzliga gegen Spitzenteams wie Schifferstadt oder vermeintliche Underdogs wie Ramstein-Miesenbach geht, immer ist es spannend, knapp und turbulent. So hieß es auch am 16. Dezember, als die Schachfreunde aus Haßloch zu Gast waren: The show must go on!

Ersatzgeschwächt und nur zu siebt kam die Haßlocher Mannschaft nach Landau, sodass es bereits von Beginn an 1:0 für Landau 3 stand (kampfloser Sieg an Brett 2). Bemerkt? Ja, genau so begann auch der letzte Spielbericht zum 4:4 gegen Dahn. Verständlich deshalb die Landauer Erleichterung, als Meinrad Rapp (1745) an Brett 8 Wolfgang Mangold (1516) regelrecht vom Brett fegte und zu gefühlt frühmorgendlicher Stunde schon auf 2:0 stellte (Weiß am Zug):

Mit 21.gxf5 brach Meinrad entscheidend durch und nach 21…exf5 22.e6! hatte sein Gegner genug gesehen. Leider, denn damit blieb ein hübsches Matt in sechs Zügen hinter den Kulissen, das nach 22…Db7 möglich gewesen wäre (Lösung am Ende des Berichts). Nach seiner wilden und tragischen Partie gegen Dahn ein äußerst willkommenes Lebenszeichen von Meinrad!

Als Schachfreund Mangold sen. aufgab, hing Dr. Dennis Mangold (1815) im Akademikerduell gegen Dr. Peter Fischer (1868) an Brett 4 ebenfalls bereits in den Seilen. Peter zerlegte den verunglückten Sizilianer seines Gegners in einer Manier, die auch seinem etwas berühmteren Namenskollegen zur Ehre gereicht hätte (Weiß am Zug):

Nachdem Peter einige Züge zuvor ein unnötig spekulatives Figurenopfer zurecht nicht gespielt hatte, vollstreckte er hier trocken mit 20.Lxc5 dxc5 (20…Dxc5 21.f6!) 21.Sxe7! (21…Kxe7 22.f6+), womit es bereits 3:0 für Landau stand.

Was machte der Rest der Mannschaft? Er machte es wieder spannend. Saß Rainer Hornberger-Wissing (1988) ausgangs der Eröffnung noch mit einem zufriedenen Lächeln an Brett 3 – seine Vorbereitung gegen Sandro Elbel (1867) war voll eingeschlagen und hatte ihm einen gesunden Zentralmehrfreibauern eingebracht –, verdüsterte sich seine Miene zusehends, als er in der Folge mehr und mehr den Faden verlor (Schwarz am Zug):

Hier konnte Rainer mit Zügen wie 26…Sd7 (Umgruppierung des Springers auf das Zentralfeld e5 und Öffnung der f-Linie) oder 26…Tc4 (mit der Idee 27…d4) seinen Vorteil ausbauen. Stattdessen zog er mit 26…Tcd8?! den Turm von der c-Linie ab und ermöglichte Weiß, mit 27.Sa4 einen Springer nach c5 zu beordern. Kümmert sich Schwarz mit 27….Dd6 28.Lg3 De7 nun um seinen e-Bauern, geht das auch noch gut, doch nach 27…Db5? kam plötzlich Weiß mit 28.Sc5 Lf7 29.Sxe6 in klaren Vorteil.

Gleich in der Eröffnung lief Fabian Böttcher (1851) an Brett 5 gegen Klaus Frambach (1778) in eine ihm unbekannte Variante, konnte sich dann konsoldieren, um im späten Mittelspiel wieder unter Druck zu geraten (Weiß am Zug):

Mit 33.Sxe5! (oder auch trocken 33.Ta1) hätte hier Weiß eine Gewinnstellung erreichen können (33…dxe5 [33…Lxe5 34.Txc8 usw.] 34.Txc8 Dxc8 35.Dxb5 Sd6 36.Dxa4; 33…Txc2 34.Sxf7 Dc7 35.Dxb5 Kxf7 36.Sd4!), während 33.Tdc1 Tb8 Fabian wieder hoffen ließ.

An Brett 6 wiederum hatte Matthias Schubert (1839) bereits frühzeitig eine optisch ansprechende Stellung mit Raumvorteil und Druck gegen den schwarzen Damenflügel erreicht, doch Friedrich Nunheim (1857) vermochte es geschickt, Unruhe zu stiften (Schwarz am Zug):

Mit 20…e5!? verändert Schwarz zwar nicht die Stellungsbewertung, zwingt aber Weiß zum Berechnen von Varianten wie 21.Lxe5 dxe5 (21…Tab8 22.Dc4) 22.dxc5 Dxc5 23.Dxc5 Sxc5 24.Tac1. Mit 21.dxe6 e.p. Sxe6 22.Lh6 hielt Matthias seinen Vorteil fest, doch angesichts der aktiven schwarzen Springer war er um seine Aufgabe keineswegs zu beneiden.

Bei Daniel Kuhn (1828) an Brett 7 schien sich angesichts einer weitgehend symmetrischen Eröffnung eigentlich nur die Frage zu stellen, wie er gegen Gerd Theuer (1699) am besten Gewinnchancen kreieren sollte (Weiß am Zug):

Doch der aufmerksame Haßlocher fand hier das hübsche 15.Lxb5!, wonach Schwarz nach z.B. 15…axb5 16.Sxb5 Lb7 17.Sxc7 Dxc7 18.b5 Tfc8 19.Tac1 De7 20.bxc6 Txc6 21.De2 mit einem Bauern weniger verbleibt. Daniel entschied sich zu 15…Lb7, ging aber wenig später auch des Bauern auf a6 verlustig. Würde das so ganz ohne Damenflügel gut gehen?

Den Vogel schoss aber Dr. Wolfgang Grünstäudl (2118) an Brett 1 gegen Torsten Rykeit (1855) ab. Trotz einer DWZ-Differenz von 263 Punkten (d.h. einer Gewinnerwartung von 0.82) sowie einer zahmen weißen Eröffnungsbehandlung fand er einen kurzen und sicheren Weg zum Verlust (Schwarz am Zug):

Was lernt man schon im Bauerndiplom? Immer zu fragen, welche Drohungen der Gegner hat. Nun, Wolfgang beschäftigte sich lieber mit den vagen Umrissen eines eigenen Angriffs auf der langen Diagonale, spielte 19…Dg4?? (19…b6 und die schwarze Stellung ist in Ordnung) und stand nach 20.b6! bereits mehr als kritisch. Wohl ein wenig aus Angst vor der eigenen Courage bot Torsten Rykeit mit diesem (Gewinn-)Zug überraschend remis an, was Wolfgang nach kurzer Rücksprache mit seinem Mannschaftsführer ablehnte (Kampfgeist oder Realitätsverweigerung?). Als Weiß nach 21…Td8 22.bxc7 Sxc7 nicht auf d6 zugriff, sondern mit 23.Da5 b6 24.Da7 Sa6 seine Dame tief in die schwarze Stellung schickte, sodass plötzlich das Motiv eines Damenfangs mit 25…Td7 auftauchte, schien die schwarze Hochrisikostrategie aufzugehen. Doch Weiß fand die starke Sequenz 25.Tfd1! De6 (25…Td7 26.Txd6 betont die schwachen schwarze Grundreihe – trotzdem wäre das die bessere Alternative gewesen [26...h6 27.Txd7 Dxd7 28.Dxd7 Lxd7]) 26.Lc6!, wonach Schwarz vollständig paralysiert war (Schwarz am Zug):

Doch was wäre ein Drama ohne überraschende Wende in aussichtsloser Situation? Entsprechend drehten sich nun die anderen Bretter zugunsten der Landauer. Den Anfang machte Daniels Gegner, der – sicherlich auch abgelenkt durch insgesamt drei Bereitschaftsanrufe – mit nur zwei Damenzügen seine Stellung verdarb (Weiß am Zug):

Mit 26.Kg1 Dd7 27.Sb2 kann Weiß sich hier konsoldieren und in der Folge an die Verwertung seines Materialvorteils denken. Nach 26.Df3? Dh4+! ist die Stellung hingegen unmittelbar remis, da Weiß nach 27.Kg1 Lh2+ der Zugwiederholung (28.Kh1 Ld6+ usw.) nicht ausweichen kann, will er nicht eine Figur verlieren (28.Kf1 Dc4+). Doch mit 27.Dh3? Dc4! 28.g3 (28.Lb2 Df1#) Dxc1 passierte genau das und Daniel konnte wenig später auf 4:0 erhöhen.

Matthias nutze die Gunst der Stunde, um seinem Gegner ein Remisangebot zu machen, das dieser (mittlerweile mit Minusbauer) nicht ablehnen konnte. 4,5:0,5 und Mannschaftssieg! Und weil es gerade lief, konterte anschließend Rainer seinen Gegner aus (Schwarz am Zug):

Mit 35…Lf4! stoppte Rainer nicht nur den weißen Angriff, sondern gewann auch die Qualität. Mit 35.Dxf4 Txe7 36.Db4 Tfe8 37.g3 b6 38.Dd4 Dg6 endete auch diese Partie mit einem Remis, da Rainer nach dem wechselvollen Verlauf verständlicherweise kein Bedürfnis verspürte, noch einen schwierigen Gewinnversuch zu unternehmen – 5:1.

Erfreuliches geschah schließlich auch an Fabians Brett (Schwarz am Zug):

Mit dem starken 34…Sd4! fand er bei knapper Zeit wieder in den Ausgleichsbereich zurück und setzte nach 35.Lxd4 exd4 36.Sxa4 Da5 37.b3 Tb7 38.Sxd4 noch den feinen Nadelstich 38…Da7!, der ihm letztlich das Remis sicherte – 5,5:1,5. (Dass im 40.Zug sogar noch ein Sieg möglich gewesen wäre, war schon Gegenstand des Adventskalenders und kann hier übergangen werden.)

Am längsten durfte Wolfgang den Schachsonntag genießen. Zwar gelang es ihm, in beidseitiger Zeitnot aus dem gegnerischen Würgegriff auszubrechen, doch stand er bei anhaltendem weißen Angriff, zwei Minusbauern und null Gegenspiel auch danach weiterhin klar auf Verlust. Eine Niederlage durch Zeitüberschreitung im 36.Zug war dann die Krönung eines vollkommen verpatzen Auftritts (was die starke Leistung von Schachfreund Rykeit nicht schmälern soll!) und das Ende aller Hoffnungen, vielleicht doch noch einen ungerechten Schwindel an den Mann zu bringen. Die gerechte Strafe für den Österreicher in der Pfälzer Truppe bestand im Verlust aller (!) in dieser Pfalzliga-Saison mühsam erkämpften DWZ-Punkte.

Immerhin konnte Wolfgang nebenbei und eher unfreiwillig zwei hübsche Taktikaufgaben kreieren, die den Durchgang durch diesen Wettkampf beschließen sollen (Lösungen wieder ganz am Ende):

Weiß zieht und setzt in acht Zügen matt

Weiß zieht und gewinnt

Wenngleich das in etwa der DWZ-Erwartung entsprechende Endergebnis von 5,5:2,5 nach einem deutlichen Sieg klingt, so ist es – darin bestand in der gemeinsamen Analyse Einigkeit – doch in vielerlei Hinsicht äußerst schmeichelhaft. Jedenfalls besteht  für die Dritte, die nun mit 50% der möglichen Punkte genau im Mittelfeld der Liga rangiert, kein Grund, sich in Sicherheit zu wähnen. Sicher scheint nur, dass Landau III zur Freude der Kiebitze auch im neuen Jahr für dramatische Auftritte sorgen wird: „I deal my own deck, / sometimes the aces, sometimes the deuces!“


Lösung Aufgabe 1: 23.Txg7+! Kh8 24.Dxf5 Txc3+ 25.bxc3 Kxg7 26.Tg1+ Kh8 27.Le5+ Lf6 28.Lxf6#

Lösung Aufgabe 2: 32.Lf8! (Partiezug war 32.Td4)  Txf8 33.Dxf8+ Kh7 34.Lg8+ Kg6 35.Td6+ usw. (auf acht Züge kommt man mit 32…Le6 usw.)

Lösung Aufgabe 3: Der Rechner sieht gar ein Matt in elf Zügen, wesentlich ist aber die hübsche doppelte Ablenkung mit 33.Txg4! (Partiezug war 33.Df4) hxg4 34.Lb2! Dxb2 35.Dh5#

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