Unser Verein wurde im Jahr 1908 gegründet und gehört mit über 100 Mitgliedern (davon sind etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche) zu den größten Schachvereinen in Rheinland-Pfalz. Mit insgesamt 10 Mannschaften und mehreren Mannschaften in der Nachwuchsliga nehmen wir aktiv am Spielbetrieb teil. NEUGIERIG geworden? Egal wie alt, egal ob Anfänger oder erfahrener Vereinsspieler - scheuen Sie sich nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen! Unser Spielabend findet samstags ab 15 Uhr (Jugend und Erwachsene) bzw. ab 17 Uhr (Erwachsene) im Otto-Hahn-Gymnasium (Eingang blaues Tor in der Langstraße) statt.

Die Älteren werden sich noch erinnern, die Jüngeren können ja bei YouTube spicken: Am 7. September 1972 schuf der Schifferstädter Ringer Wilfried Dietrich (damals bereits Weltmeister und Olympiasieger, genannt "Der Kran von Schifferstadt") bei den Olympischen Spielen in München einen ikonischen Moment der Sportgeschichte, als er den beinahe 200 kg schweren Amerikaner Chris Taylor mit einem überraschenden und spektakulären Schulterwurf auf die Matte schickte. Wer aus einem Ort mit einer solchen Tradition stammt (bis heute ist Schifferstadt Olympiastützpunkt der Ringer), von dem erwartet man auch am Schachbrett großen Kampfgeist. Somit war am 21. Oktober, als Landau 3 unter den Argusaugen der gleichzeitig spielenden „Klingonen“ (© Matthias Lang) von Landau 1 die erste Mannschaft des SC Schifferstadt empfing, ein spannendes Duell zu erwarten. Und das wurde es auch.

Beginnen musste Landau 3 mit nur sieben Mann, da diverse Ausfälle nicht ausreichend durch Spieler der gleichzeitig in Neuburg antretenden Vierten kompensiert werden konnten. Nachdem MF Tobias Nicklis durch den Ersten Vorsitzenden mit einem Geschenkgutschein zur Vaterschaft bedacht worden war setzen sich alle an die Bretter. Alle – bis auf Paul Müller, der schon frühzeitig als Kiebitz vor Ort weilte. Spontan wurde die Idee geboren, ihn zum Spieler um zu funktionieren und als die ebenfalls ersatzgeschwächten Schifferstädter nach kurzer Beratung zustimmten (siehe oben: Kampfgeist!), ging es nun mit acht gegen acht tatsächlich los.

Trotzdem stand es schon frühzeitig 0:1, da der erfahrene Gerhard Mares (1813) für den noch DWZ-losen Paul dieses Mal einfach noch ein paar Nummern zu groß war. Das wird aber noch! Völlig Unerwartetes ereignete sich hingegen kurze Zeit später im Duell der beiden Mannschaftsführer an Brett 3. In der folgenden Stellung zog Tobias optimistisch 18…Lb4 und verließ das Brett. Als er zurückkam, hatte Christian Senk (2105) den Läufer auf b4 geschlagen, worauf Tobias seinen Kontrahenten ohne zu zögern mattsetzte!

Tja, leider ist 19…Tc1# aufgrund des Ke7 kein regelkonformer Zug… Da somit nur 19…Tc5 als legale Möglichkeit übrig blieb (der berührte Turm muss ja ziehen), gab Tobias sofort auf. Ein bitteres Blackout unseres Punktegaranten und damit 0:2. Währenddessen setzten Daniel Kuhn und Prof. Dr. Michael Baum (1872) mit der Bauernraub-Variante des Winawer-Franzosen Brett 6 in Flammen. Als es beiden dann doch zu heiß wurde, gab es einen raschen Remischluss im 20. Zug und damit das 0,5:2,5. Ebenfalls Remis endete die einzige Partie ohne größere Turbulenzen zwischen Fabian Böttcher und Christian Biedinger (1838) an Brett 5 (damit 1:3), während Ersatzspieler Julian Winter an Brett 7 gegen Roland Meinhardt (1684) „all in“ ging und sich zu einem hochriskanten Figurenfang entschied (Schwarz am Zug):

Nach Julians 12…h5 war es um eine weiße Leichtfigur geschehen (Liebe Kinder, bitte nicht nachmachen, die drei Bauern vor dem König sind zu dessen Schutz da!). Julian hatte zwar Glück, dass sein Gegner die Chance zu 13.Se3! g5 14.Lxg5 Lxg5 15.f4 Lf6 16.Dxh5 Lg7 17. Tf3 mit vernichtendem Angriff ausließ, verteidigte sich aber nach 13.Sh6+ gxh6 14.Dxh5 Lg5! 15.Lxg5 hxg5 16.Dxg5+ Sg7 sehr geschickt und erreichte schließlich sicher den Remishafen: 1,5:3,5. Figurenfang war auch das Thema am Spitzenbrett, wo Dr. Wolfgang Grünstäudl gegen Jens Matthias Babutzka (2142) einen etwas eigenwilligen Aufbau wählte und u.a. seinen Damenspringer entlang der Route b8-c6-d8-f7-h6-f7 „entwickelte“ (Liebe Kinder – na ja, ihr wisst schon…!). Als sich Wolfgang überraschend die Chance bot, mit 19…f5 einen weißen Läufer auf g6 abzuklemmen, fand der Schifferstädter dann nicht die richtigen Evakuierungsmaßnahmen. Das 2,5:3,5 ließ Landau wieder hoffen, zumal Dr. Peter Fischer an Brett 4 gegen Andreas Teuffer (1902) nach wechselvollem Verlauf eine Mehrfigur verwaltete. Die Entscheidung musste somit an Brett 2 fallen. Hier hatte Rainer Hornberger-Wissing ein frühes Remisangebot (13. Zug) von Tobias Faulhaber (1859) abschlägig beschieden, um es wenig später krachen zu lassen (Weiß am Zug):

Auf das spektakuläre, aber auch notwendige 17.Lxa6 fand der Schifferstädter die starke Riposte 17…Sxd4! (17…bxa6 18.Dxc6; 17…Ta8 18.Lxb7 Txa4 19.Lxc6 Dxc6 20.Txc6 Txa2 21.Txc7 Txb2 22.d5) nach der 18.Dxd7! Sxf3+ 19.gxf3 Lxd7 20.Lxb7 Lxh3 21.Txd8 Txd8 22.a4 Weiß gute Chancen geboten hätte. Nach 18.Txd4? Lxd4 19.Lb5 war es nun hingegen an Tobias Faulhaber, ein Remisangebot abzulehnen und nach 19…c6 (19…Lxe3!) 20.Sxd4 cxb5 21.Dxb5 Dxb5 22.Txb5 Le4 musste Rainer ein schwieriges Endspiel mit Minusqualität verteidigen (Weiß am Zug):

In einem zähen Ringen (!) kam Rainer dem Remis tatsächlich noch nahe, doch schließlich konnte Schwarz das Übergewicht der beiden Türme zur Geltung bringen: 2,5: 4,5. Der Mannschaftskampf war damit entschieden, die Aufregungen aber noch nicht vorbei, denn Peters Uhr zeigte plötzlich nur noch 18 Sekunden an – und das bei einem Zeitzuschlag von 30 Sekunden pro Zug! Die Rekonstruktion mit Mannschaftsführern ergab, dass die Uhr offenbar ab der ersten Zeitkontrolle bei beiden Spielern aufgehört hatte, weiter das Increment zu berücksichtigen. Zu einem Weiterspielen mit neu gestellter Uhr kam es aber nicht mehr, da Andreas Teuffer die Partie aufgab und der spannende Mannschaftskampf somit mit einem 3,5:4,5 zu Ende ging.

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