Unser Verein wurde im Jahr 1908 gegründet und gehört mit über 100 Mitgliedern (davon sind etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche) zu den größten Schachvereinen in Rheinland-Pfalz. Mit insgesamt 9 Mannschaften und mehreren Mannschaften in der Nachwuchsliga nehmen wir aktiv am Spielbetrieb teil. NEUGIERIG geworden? Egal wie alt, egal ob Anfänger oder erfahrener Vereinsspieler - scheuen Sie sich nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen! Unser Spielabend findet samstags ab 15 Uhr (Jugend und Erwachsene) bzw. ab 17 Uhr (Erwachsene) im Otto-Hahn-Gymnasium (Eingang blaues Tor in der Langstraße) statt.

Spielbetrieb Jugend 18/19

Spielbetrieb Frauen 18/19

Der nächste DSOL-Gegner des SK Landau ist nicht zu unterschätzen

Nach dem Nerven zerfetzenden und viel beachteten Thriller gegen Eppendorf – Stichworte waren „faire Geste“ (Grumbeerschach; DSOL-Tweet 1; DSOL-Tweet 2), „Vereinsevent“ (DSB-Rundenbericht) und „Eröffnungskatastrophe“ (Chessbase-Rundenbericht; Sorry, Daniel!) – folgt für Landau nun am dritten Spieltag der DSOL das dritte Auswärtsspiel. Sehr zur Freude von Mannschaftsführer Tobias Grenz, denn mit technischen Herausforderungen wie z.B. dem Starten einer verspäteten Partie darf sich dann wieder der Mannschaftsführer der Gastgeber auseinandersetzen. Freude über einen leichteren Gegner herrscht in Landau indes nicht: Zwar ist Gründau eine von nur zwei Mannschaften, die in Gruppe D sogar noch hinter Landau gesetzt sind, doch mit einem eindrucksvollen 3,5:0,5 Sieg gegen den Mitfavoriten SV Lübeck (mit Fast-IM Frederik Svane) setzten die Hessen bei ihrem DSOL-Debüt sogleich ein deutliches Ausrufezeichen. Wir werfen einen kurzen Blick auf dieses Duell und zeigen, was in der Gründauer Mannschaft steckt.

Da die Erstrundenbegegnung TuRa Harksheide I – SK Gründau für den 27. Juli neu angesetzt wurde, war die Begegnung mit der ersten Mannschaft des SV Lübeck, die sich zuvor von den Biebertaler Schachfreunden 2:2 getrennt hatte (laut Bericht durchaus glücklich), der erste Auftritt der Hessen in der DSOL.

Es kam zu folgenden Paarungen (Lübeck hatte als Heimmannschaft an den Brettern 1 und 4 Schwarz):

FM Frederik Svane (2414) – FM Pascal Neukirchner (2229)

FM Ullrich Krause (2189) – Kevin Felczer (2128)

Prof. Dr. Horst Mentlein (1942) – Henrik Schlößner (1979)

Reiner Noreisch (1726) – Christoph Deutsch (1939)

Um es gleich vorweg zu nehmen: Dass Gründau nicht mit 4:0 gewann, lag nicht zuletzt an Reiner Noreisch, der an Brett 4 dem 200 DWZ-Punkte schwereren hessischen U 14-Meister Christoph Deutsch alles abverlangte (Schwarz am Zug):

26…Txf2! hätte hier sogar zu großem Lübecker Vorteil geführt, wobei die Basisidee (27.Kxf2 Sd3+ mit Damengewinn) leicht zu sehen ist, weniger jedoch die Erwiderung auf den Gegenangriff 27.b4: 27…Tdd2! 28.bxc5 Lxc5 und Weiß kann den geballten schwarzen Angriff nicht überleben.

Nach dem Partiezug 26…Dd6 wogte der packende Kampf noch hin und her, ehe er schließlich in einer für Schwarz immer noch vorteilhaften Stellung mit Remis endete.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Gründau an Brett 4 bereits einen Blitzsieg eingefahren, wobei allerdings eine dicke Chance auf Lübecker Seite ungenutzt blieb (Weiß am Zug):

Mit Blick auf die weißfeldrigen Krater rund um den weißen König hatte hier Schwarz soeben mit 22…Sg4 seinen Springer auf die Route Sf6-g4-e5-f3 geschickt. Dieser logische (und schlussendlich äußerst erfolgreiche!) Plan hatte leider den Haken, dass nun 23.Sxe4! nicht nur einen Bauer gewinnt sondern vor allem den angestrebten Springerstützpunkt auf f3 entfernt. Nachdem der Lübecker mit 23.Sd5 diese Möglichkeit nicht ergriff, triumphierte die schwarze Strategie eindrucksvoll und rasch. Nur sieben Züge später sprach die Schlussstellung Bände:

An Brett 2 entschloss sich DSB-Präsident FM Ullrich Krause zu einem interessanten Figurenopfer, das von seinem Gründauer Gegenüber Kevin Felczer überzeugend beantwortet wurde (Schwarz am Zug):

Der Nachziehende klammerte sich hier nicht mit 24…Ta5 an sein Mehrmaterial, sondern nahm selbst mit 24…Sxe5!? das Heft in die Hand. Als Lohn gab es nach 25.Sxb5 Ta5 25.fxe5 Txb5 26.Df3 Tbxe5 zunächst kräftige Initiative und nach einem Fehler des Weißen schließlich ein Endspiel mit zwei Mehrbauern, das Gründaus Nr. 2 sicher verwertete.

Nach diesen drei Schlaglichtern wird es wenig überraschen, dass es in diesem Mannschaftskampf auch am Spitzenbrett kompromisslos zur Sache ging. Nach 20 Zügen sah dort die Stellung folgendermaßen aus:

Was in dieser faszinierenden Partie tatsächlich vor sich ging wird hoffentlich ein Lübecker oder Gründauer Bericht demnächst in allen Details ans Licht bringen. Jedenfalls konnte Weiß hier mit 21.Dd5+ Kh8 22.Dxg5 Dxg5 23.Sxg5 die aktive schwarze Dame vom Brett nehmen und in der Folge seinen Riesen auf d6 gewinnbringend in Szene setzen. Selbst Irritationen um die Bedenkzeit-Anzeige – FM Neukirchner dachte zwischendurch, die Uhr seines Gegners sei abgelaufen – konnten den Gründauer Erfolg gegen einen Top-Ten-Spieler der Liga nicht verhindern.

Diese vier Partien zeigen deutlich: In Gründau pflegt man ein beherztes Kampfschach mit offenem Visier, das sehr gut zum Vereinsmotto „Das Schach ist nur durch die Fehler existenzberechtigt“ (Tartakower) passt! Hoffen wir, dass es am Donnerstag (16. Juli, 19:30 Uhr) den Landauern gelingt, trotz Doppelbelastung (zeitgleich läuft die Quarantäne-Liga) und Urlaubspausen ebenso kämpferisch dagegen zu halten und die Hessen zu dem einen oder anderen Fehler zu zwingen. Mitreisende Kiebitze sind jedenfalls wieder herzlich willkommen!

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