Unser Verein wurde im Jahr 1908 gegründet und gehört mit über 100 Mitgliedern (davon sind etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche) zu den größten Schachvereinen in Rheinland-Pfalz. Mit insgesamt 9 Mannschaften und mehreren Mannschaften in der Nachwuchsliga nehmen wir aktiv am Spielbetrieb teil. NEUGIERIG geworden? Egal wie alt, egal ob Anfänger oder erfahrener Vereinsspieler - scheuen Sie sich nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen! Unser Spielabend findet samstags ab 15 Uhr (Jugend und Erwachsene) bzw. ab 17 Uhr (Erwachsene) im Otto-Hahn-Gymnasium (Eingang blaues Tor in der Langstraße) statt.

Spielbetrieb Jugend 18/19

Spielbetrieb Frauen 18/19

Wie gehen andere Vereine mit der Corona-Krise um?

Über die neue, virtuelle Heimat des SK Landau haben wir bereits berichtet. Und auch darüber, wie sich die Landauer engagiert und konstruktiv bei der Gestaltung dieser neuen Heimat beteiligen. Doch wie geht es anderen Vereinen in der Corona-Krise? Dazu haben wir bei ein paar Nachbarvereinen nachgefragt und sie gebeten, fünf Fragen zur aktuellen Lage zu beantworten. Über die Rülzheim-Connection erreichten uns dabei erfreulicherweise sogar Antworten vom SC Viernheim, so dass wir die gesammelten pfälzischen Erfahrungen noch um die Perspektive des südhessischen Bundesligisten ergänzen konnten.  Insgesamt ergab diese in keiner Weise repräsentative Umfrage ein spannendes Stimmungsbild mit starken Kontrasten, das wir hier gerne teilen.

 

Frage 1: Am 13. März hat der Pfälzische Schachbund die Einstellung des gesamten Spielbetriebs „bis auf Weiteres“ bekanntgegeben. Wie lief der Lockdown bei Euch im Verein konkret ab?

„Relativ unspektakulär“ – so die recht einhellige Antwort aus den Vereinen. Reguläre Vereinsabende am 12. März (Rülzheim) und 13. März (Schifferstadt) standen schon ganz im Zeichen des kommenden Lockdowns (wenige Teilnehmer, besorgte Gespräche). Die Information der Mitglieder über die Einstellung des Spielbetriebs erfolgte dann über die jeweils gebräuchlichen Medien (Homepage, Email, Facebook, usw.), wobei es nirgendwo zu Komplikationen gekommen zu sein scheint.

 

Frage 2: Auf welcher Schachplattform habt Ihr Eure virtuelle Heimat eingerichtet? Wie viele Eurer Mitglieder sind dort aktiv? Gibt es regelmäßige Angebote?

Diese Frage setzt natürlich voraus, dass es eine neue, virtuelle Heimat für den betreffenden Verein gibt. Doch das ist nicht überall der Fall. Denn „etwas generalisiert“ könnte laut Klaus-Peter Thronicke (SC Hagenbach) die Antwort auf unsere Fragen „ziemlich tote Hose“ lauten: „Das ist auch das Stimmungsbild, das mir von anderen Vereine übermittelt wurde. Ausnahmen erhärten die Regel...“ 

Ähnlich berichtete uns Michael Achatz vom SC Lambsheim, dass zwar einzelne Mitglieder auf lichess.org aktiv seien – die Homepage kündet sogar von einem Online-Turniersieg –, es aber aktuell kaum gemeinsame Aktivitäten gäbe („Das Vereinsleben ist quasi tot“). Mittlerweile hat Lambsheim jedoch nachgezogen und ein Vereinsheim auf Lichess eröffnet, jener Plattform, auf der sich die meisten Pfälzer Vereine eingefunden haben (Übersicht hier).

Ganz anders ist die Lage in der Nord-, ähm, Westpfalz. In Kaiserslautern spielt man zweimal pro Woche Quarantäne-Liga (wie Landau aktuell in der 3. Liga), doch damit nicht genug: Im PSB-Bezirk I läuft sogar eine neu ins Leben gerufene Online-Bezirksblitzmeisterschaft in Form einer Turnierserie (mehr dazu hierhier und hier), an der natürlich auch die Lauterer regelmäßig teilnehmen. Bereits sechsmal wurde diese Online-BEM nun schon ausgetragen und zwar, richtig, mit deutlich mehr Teilnehmern als die Offline-Variante zuletzt sah. Kleines Manko: Diese tolle Sache wird strikt geheim gehalten! Klar, im Bezirk kennt man sich – aber darf man nur im Schatten des Donnersbergs von solchen ermutigenden Initiativen erfahren? Wenn man ihn informiert, setzt Klaus Zachmann sicherlich gerne einen Hinweis auf die PSB-Seite.

Wesentlich kommunikationserfahrener ist da naturgemäß der Bundesligist aus Viernheim. Jeden Freitag tragen die Südhessen auf Lichess Blitz- und Schnellturniere aus und wenn, wie am letzten Freitag, Bundesligaprofi und Super-GM Shakhriyar Mamedyarov mal eben vorbeischaut, um 90 Minuten lang mit den Viernheimern zu blitzen, dann wird darüber auch angemessen berichtet (hier und hier).

Regelmäßige Turniere (jeden Freitag) trägt auch der SC Schifferstadt aus, und Tobias Faulhaber erzählt: „Einige nutzen diese Turniere auch zum Zuschauen und zum Kommunizieren im Chat.“ Noch einmal anders ist die Lage in Rülzheim, wo man in der Online-Kooperation mit Herxheim und Bellheim (eine gute Idee für kleinere Vereine!) mit 10-min-Schnellturnieren startete, dann aber vom Fehlen des Schweizer Systems auf Lichess frustriert wurde (und auf chess.com wechselte). Nach der Einführung des Schweizer Systems auf dem quelloffenen Server (wir berichteten von der Debatte) wagt man nun einen neuen Versuch mit einem Blitzturnier!

Unbedingt erwähnt werden muss schließlich, dass der Rülzheimer Schachblogger Matthias Reißfelder über Ostern gleich eine ganze Artikelserie zu verschiedenen Schach-Apps veröffentlichte („Schach aus der Hosentasche“). Sehr lesenswert!

 

Frage 3: Corona ist auch eine soziale Herausforderung. Schulen berichten, dass einige Schülerinnen und Schüler regelrecht abgetaucht sind und keinen Kontakt mehr zu ihren Lehrerinnen und Lehrern haben. Auch in Schachvereinen gibt es natürlich Mitglieder, die mit modernen Kommunikationsmitteln nicht besonders bewandert sind und auf digitalem Weg kaum erreicht werden können. Wie geht Ihr mit dieser Herausforderung um? Wie haltet Ihr im Verein Kontakt?

Wie bei Frage 1 herrscht auch hier große Einigkeit: Die allermeisten Mitglieder seien durch elektronische Kommunikationsmittel miteinander verbunden. Stefan Schmidt, 1. Vorsitzender des SC Viernheim, weist darauf hin, dass es aber auch einige wenige Vereinsmitglieder gäbe, die aktuell nur mit der normalen Post erreicht werden könnten.

 

Frage 4: Gelingt es Euch, das Kinder- und Jugendtraining weiter zu führen? Wenn ja, was hat sich dabei besonders bewährt?

Gleich vorweg: In Landau gelingt das zurzeit leider nicht. Immerhin sind zahlreiche Jugendspieler in das Lichess-Team eingebunden und mit Präsidentensohn Samuel Lang blitzt sogar regelmäßig ein Vertreter der U8 in der Kampfmannschaft mit. (Dass es dabei einmal für nicht sachgemäßes Bedienen des Chats von der Moderation eine 10-minütige Zeitstrafe setzte, wird der Mama nicht verraten!) Umso mehr hatten wir gehofft, uns etwas von anderen Vereinen abgucken zu können.

In Hagenbach beschreibt man die grundsätzliche Herausforderung folgendermaßen: „Schach lernen kann man auch im Internet prima. Das ist zweifellos richtig. Aber der Spaß und das gemeinsame Erlebnis bleiben auf der Strecke. Bring mal übers Internet Gummibärchen mit – für die Bauernkloppe“. Selbst in Viernheim heißt es zu diesem Thema: „Leider nein“.

In Kaiserslautern versammelt sich die Jugendtrainingsgruppe immerhin zur üblichen Trainingszeit, um sich gemeinsam mit Online-Partien fit zu halten. Für Schifferstadt identifiziert Tobias Faulhaber das „sehr geringe Durchschnittsalter“ der dortigen Jugend als eine besondere Herausforderung und ergänzt: „Die älteren beteiligen sich regelmäßig an unseren Onlineturnieren und trainieren mit ihrem Trainer online. Bei den Jüngeren bin ich gerade bei der Kontaktaufnahme und überlege, wie man das Training am besten gestaltet.“

Vielleicht kann ja das Beispiel der SG Niederkassel eine Ermutigung sein? Die Rheinländer, zu denen in Landau seit dem Hennef Open 2018 freundschaftlicher Kontakt besteht, berichten auf ihrer Homepage vom erfolgreichen Kindertraining mittels Zoom. Dieses sei in „sehr konzentrierter und konstruktiver Atmosphäre [verlaufen] - wesentlich besser als beim oftmals so unruhigen ‚physischen‘ Freitagstraining nach langen Schultagen!“ Außerdem weist Niederkassel darauf hin, dass der gesamte DWZ-1000-Kurs der ChessTigers nun frei zugänglich ist – eine wertvolle Ressource für jedes Nachwuchstraining.

Mitten in der Pfalz hat schließlich die SG Weilerbach ein gestuftes Online-Jugendtraining samt ansprechendem Blog auf die Beine gestellt, dem sich auch Nicht-Vereinsmitglieder anschließen können.

 

Frage 5: Gibt es in der Corona-Krise auch positive Impulse für Euer Vereinsleben (z.B. Kontakt mit sonst zu weit entfernten Mitgliedern) und/oder etwas, das Ihr für „die Zeit danach“ beibehalten wollt?

Während Michael Achatz nur hoffen kann, „dass der SC Lambsheim nach dieser Krise aufwacht“, stehen in der Antwort aus Kaiserslautern gleich zwei Smileys: Gerade in der Krise zeige sich, so Matthias Huschens, „dass wir auch in Corona-Zeiten eine super Truppe haben“. Außerdem stimme beim aktuellen Tabellenführer der 1. Rheinland-Pfalz-Liga Süd die „Teamchemie“, was auch nach Corona hoffentlich so bleibe.

Auffallend ist, wie sehr der Lockdown in gewisser Hinsicht alle Distanzen verkürzt hat: Dass in diesen Zeiten ein aserbaidschanischer Großmeister ein Vereinsblitzturnier in Hessen bestreitet (und mit 100% dominiert!), wurde oben bereits erwähnt. Doch auch Mitglieder aus Stuttgart, Tübingen, Frankfurt und Baden-Baden sind nun regelmäßig in Viernheim aktiv. Das erinnert stark an die Situation in Landau, wo Vereinsmitglieder, die ihren Lebensmittelpunkt in Augsburg, Bamberg, Berlin, Chicago oder Lahnstein haben, plötzlich in ganz neuer Weise am Vereinsleben partizipieren und in der Quarantäne-Liga zu Stützen der Mannschaft wurden.

Noch einen drauf setzt man in Schifferstadt, wo ausgerechnet der Internetbeauftragte nun von Prag aus wesentliche Teile des Vereinslebens managt. Und auch hinsichtlich der weniger weit entfernt wohnenden Vereinskameraden hält Tobias Faulhaber fest: „Andere Mitglieder, die ich am Trainingsabend seit Jahren nicht gesehen habe, nehmen an den Onlineturnieren teil.“ 

Für die Zeit „nach Corona“ gibt es verständlicherweise noch keine detaillierten Pläne – zu sehr fordert die Gegenwart die Vereine. Kaum ein Verein wird aber wohl in Zukunft um die Einrichtung stimmiger Online-Angebote herumkommen. Denn so grundlegend das Zusammenkommen in der analogen Welt ist (und so sehr es uns allen aktuell fehlt), so wenig wird man u.a. auf die unmittelbare Einbindung der Vereinsmitglieder in Stuttgart, Prag und Chicago verzichten wollen. Zu hoffen ist, dass damit der schon lange währende Konkurrenzkampf „Vereinsabend vs. Internet“ in eine neue, konstruktivere Phase eintritt.

In Viernheim wird jedenfalls bereits an einer eigenen Vereins-App gearbeitet.

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