Unser Verein wurde im Jahr 1908 gegründet und gehört mit über 100 Mitgliedern (davon sind etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche) zu den größten Schachvereinen in Rheinland-Pfalz. Mit insgesamt 9 Mannschaften und mehreren Mannschaften in der Nachwuchsliga nehmen wir aktiv am Spielbetrieb teil. NEUGIERIG geworden? Egal wie alt, egal ob Anfänger oder erfahrener Vereinsspieler - scheuen Sie sich nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen! Unser Spielabend findet samstags ab 15 Uhr (Jugend und Erwachsene) bzw. ab 17 Uhr (Erwachsene) im Otto-Hahn-Gymnasium (Eingang blaues Tor in der Langstraße) statt.

Spielbetrieb Jugend 18/19

Spielbetrieb Frauen 18/19

Südpfälzer Schachmekka erfindet sich neu

Es war ein Freitag, der 13., als Matthias Lang, 1. Vorsitzender des SK Landau, den über 100 Mitgliedern seines seit über 100 Jahren bestehenden Vereins eine im wahrsten Sinne des Wortes historische Mitteilung zu machen hatte: Eine Pandemie legt nicht nur das öffentliche Leben weitgehend lahm – sie zwingt auch den Landauer Schachklub, auf unbestimmte Zeit seine Pforten zu schließen! Der am nächsten Tag stattfindende traditionelle Klubnachmittag soll nur noch dazu dienen, jene Klubmitglieder zu informieren, die mit elektronischen Medien nicht zu erreichen sind. Außenstehende mögen denken: Sollte das nicht ein Glückstag für die Schach-Nerds sein? Endlich keine störenden Sozialkontakte mehr, sondern nur noch isoliertes Gezocke auf einem der unzähligen Schachserver?

Weit gefehlt! Denn wer in Landau Schach spielt, der/die ist ein soziales Wesen. Hinter dem blauen Tor in der Langstraße versammelten sich ganz unterschiedliche Menschen, um gemeinsam ihrer Passion zu frönen, sich gemeinsam an einer der faszinierendsten Erfindungen der Menschheit zu erfreuen und gemeinsam den mitunter beschwerlichen Alltag hinter sich zu lassen. Da wurde geblitzt, gelernt, studiert, erzählt – und ganz viel „dummgebabbelt“. Da wurde zuletzt eine immer größere Zahl von Kindern durch geduldige Trainer in eine geheimnisvolle Denkschule eingewiesen – um sich danach (oder davor und währenddessen) am danebenliegenden Fussballblatz auszutoben. Da wurde mitunter heftig und emotional diskutiert, wenn es um Mannschaftsaufstellungen, Proteste im Ligabetrieb oder auch mal Spitzfindigkeiten des Regelwerkes ging.

All das ist seit dem 13. März Vergangenheit. Und ganz plötzlich gilt auch für jenes Vereinsmitglied, dessen Besonderheiten man nicht immer verstanden, ja mitunter als Herausforderung erlebt hat, vor allem eines: Es fehlt.   

Doch zeichneten sich die Landauer Schachspielerinnen und Schachspieler immer schon durch ihre – besonders in den legendären Monatsblitzturnieren trainierte – Zähigkeit aus. Keine Stellung ist so verloren, dass der Gegner nicht noch hinter’s Licht geführt werden kann!

Und so ging es auch in dieser ganz besonderen Situation recht schnell: Schon am 14. März entstand der SK Landau 1908 e.V. auf dem frei zugänglichen Schachserver Lichess in virtueller Form und bereits am 18. März nahm man online an der Quarantäne-Liga der deutschsprachigen Lichess-Gruppen teil. (An dieser Stelle sei auch dem umtriebigen Organisator, FM Jens Hirneise, herzlich gedankt!) Bis zum 26. März wurde dann beinahe jeden Abend Liga gespielt, wobei es im Nachhinein betrachtet ein Wunder ist, dass es Tag für Tag gelang, eine schlagkräftige Truppe an die Bildschirme und Mäuse zu bringen. Jedenfalls war in Landau Erleichterung zu spüren, als sich der Liga-Spielplan etwas entschleunigte (aktuell wird jeden Donnerstag und Sonntag gespielt).

Die Quarantäne-Liga auf Lichess, die bald Quarantäne-Bundesliga hieß und jetzt, nach immer weiteren Zustrom, durchaus treffend Quarantäne-Welt-Bundesliga heißt, bescherte dem SK Landau auch ein ganz besonderes Debüt: Insgesamt achtmal konnten sich die Südpfälzer in der virtuellen 1. Bundesliga messen, wobei am 24. und 25. März sogar der Vizemeistertitel errungen wurde! In Verbindung damit prangen in den Landauer Wohnzimmern (bzw. Speichermedien) nun einige neu eroberte GM-Skalps.

Um die Landauer Abenteuer in der virtuellen Welt etwas zu veranschaulichen, seien hier fünf Kombinationen kurz vorgestellt, die Lösungen dazu finden sich am Ende des Beitrags. Wer wissen will, welcher Landauer hinter welchem Pseudonym steckt, schreibt einfach an den Online-Spielleiter Justus Schmidt (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) und ersucht um Aufnahme in die Landauer Lichess-Gruppe!

 

#1: Zu Beginn eine Kurzpartie, in der es GM Michael Hoffmann (alias „Donnerhall“) vom Kölner Schachklub Dr. Lasker erwischte.

Donnerhall (2612) – MeisterEder666 (2248), 25.3.2020

1.c4 e5 2.Sc3 Sc6 3.Sf3 g6 4.d4 exd4 5.Sxd4 Lg7 6.Sxc6 dxc6 7.g3 Dxd1+ 8.Sxd1 Le6 9.Se3 Se7 10.Tb1 Sf5 11.b3 000 12.Lh3

Nach welchem Zug des Landauers gab der Großmeister bereits auf?

 

#2: Manchmal läuft es leider auch anders herum…

MaxMsv123 (2220) – MeisterEder666 (2216)

Wie setzte Weiß hier in drei Zügen matt?

 

#3: Und hier ein weiterer Kurzsieg. Diesmal von einem nicht in Landau wohnenden Landauer, der nun regelmäßig nach 12-Stunden-Schichten im Krankenhaus auf Lichess das Schach seines Lebens spielt.

Derkemer (1829) – TheGroetzi (2259)

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.c3 Sf6 4.e5 dxe5 5.Sxe5 g6 6.Lc4

Warum war 6…Sbd7 keine gute Idee?

 

#4: Und hier ein weiteres GM-Skalp, dass die Landauer Nr. 1 (offline!) gegen GM Ilja Schneider („psammenitos“) erbeutete.

Stephan Becking (2424) – psammenitos (2656)

Ist nicht mehr schwer, oder?

 

#5: Zum Abschluss noch ein Matt in vier gegen IM Patrick Zelbel ("Patzel") von den Schachfreunden Brackel.

Kwatschewsky (2194) – Patzel (2567)

 

Wie man sieht, hat der SK Landau in einer außergewöhnlichen Situation eine neue, virtuelle Heimat gefunden. Die Sorge um Freunde und Verwandte, die Belastung für diejenigen Mitglieder, die an systemrelevanter Stelle gefordert sind und schließlich die Gefahr für die eigene Existenz werden dadurch sicherlich nicht geringer; doch auch eine virtuelle Heimat kann eine willkommene Kraftressource sein. Wie auch immer die Welt nach Corona aussehen wird: We’ll be back!

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Lösungen:

#1: Nach 12…Lc3+! gab Weiß auf, da 13.Kf1 Sxe3+ 14.Lxe3 Lxh3+ kompensationslos eine Figur verliert.

#2: 25.Sxg6+! hxg6 (25…Kg8 26.De6#) 26.Dh6+ Kg8 27.Dxg7#

#3: 6…Sbd7?? wurde schlicht mit 7.Lxf7# beantwortet. Ups!

#4: Nach 33.Lc7 Sd6 34.Lxd8+ Kxd8 35.Tb8 war es vorbei.

#5: Weiß gewann mit 26.Dxh6+! Txh6 27.Tg7+ Kh8 28.Tg6+ Sxe5 29.Thxh6#.

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