Unser Verein wurde im Jahr 1908 gegründet und gehört mit über 100 Mitgliedern (davon sind etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche) zu den größten Schachvereinen in Rheinland-Pfalz. Mit insgesamt 9 Mannschaften und mehreren Mannschaften in der Nachwuchsliga nehmen wir aktiv am Spielbetrieb teil. NEUGIERIG geworden? Egal wie alt, egal ob Anfänger oder erfahrener Vereinsspieler - scheuen Sie sich nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen! Unser Spielabend findet samstags ab 15 Uhr (Jugend und Erwachsene) bzw. ab 17 Uhr (Erwachsene) im Otto-Hahn-Gymnasium (Eingang blaues Tor in der Langstraße) statt.

Spielbetrieb Jugend 18/19

Spielbetrieb Frauen 18/19

Landau II müht sich zu Pflichtsieg gegen Lambsheim

Die Saison 2018/2019 verlief für Landau II – man muss es so deutlich sagen – katastrophal: Die meiste Zeit fand man sich am Tabellenende der 1. Rheinland-Pfalz-Liga wieder und trotz zwischenzeitlicher Lichtblicke stand am Ende der bittere Abstieg. In die aktuelle Saison startete nun eine runderneuerte Zwoote, in der Neuzugänge von „oben“ (Erste) und „unten“ (Dritte) den Stamm um Spieler wie Nico Kopp, Thomas Hirschinger, Dieter Schatz und Gerhard Silber kongenial ergänzen sollen. Die traditionell herausfordernden Agenden des Mannschaftsführers der Zwooten übernahm Tobias Grenz, der im Vorjahr Drama Queen Landau III sicher durch die Saison lotste. Und als prominentester Neuzugang wird FM Rolf Bernhardt nach Jahrzehnten des Oberliga-Daseins in der 2. Rheinland-Pfalz-Liga Süd nicht nur seine Karriere ausklingen lassen, sondern sicherlich auch hier die Gegner das Fürchten lehren. Somit konnte am 15. September das Projekt „Regeneration“ mit dem Erstrundenspiel gegen die Schachfreunde aus Lambsheim frohgemut in Angriff genommen werden.

Obwohl ein Auswärtsspiel, wurde die Begegnung in Landau ausgetragen, da das Lambsheimer Spiellokal aufgrund eines Gemeindefestes nicht zur Verfügung stand – Landau hatte also an den ungeraden Brettern Weiß. Da überdies beide Mannschaften in annähernder Bestbesetzung antreten konnten, trafen an der Queich die stärkste (LD II, DWZ-ø 2085) und die schwächste (Lambsheim, DWZ-ø 1903) Mannschaft der Runde aufeinander, wobei Landau an allen Brettern das (z.T. deutliche) DWZ-Plus auf seiner Seite hatte.

Es begann mit einem Paukenschlag: Inspiriert von Erfahrungen im Fernschach (und dem strahlend schönen Wetter?) griff Dieter Schatz (2088) an Brett 5 gegen Michael Achatz‘ (1867) Russisch zum spektakulären Cochrane-Gambit 4.Sxf7, welches Magnus Carlsen vor kurzem beim Blitzevent in Saint Luis gegen Yu Yangyi ausgepackt hatte (Schwarz am Zug).

Der Lambsheimer Mannschaftsführer konnte einem richtig leid tun, denn anders als der chinesische Supergroßmeister, der die korrekte Verteidigung runterblitzten und Carlsens Experiment bestrafen konnte, vermochte er nicht den richtigen Weg zu finden, während die interessierten Kiebitze wie Geier um sein Brett kreisten. So blieb der schwarze König in der Todeszohne stecken (Schwarz gab in der folgenden Diagrammstellung mit 15…Sxe5 16.fxe5 dxe5 Material zurück, doch auch das half nicht mehr), während Dieter die gelungene Überraschung sichtlich genoss.

Ganz und gar keine Überraschung war es, dass Gerhard Silber (2153) an Brett 4 gegen Kirstin Achatz (1916) das Londoner System – in Landauer Lokaltradition auch „Zapp“ genannt – vorgesetzt bekam. Dennoch hatte Gerhard offenbar nicht das richtige Gegengift dabei und die Lambsheimerin (wie ihr Mann ehemals für Landau aktiv) nutzte eine leicht vorteilhafte Stellung im damenlosen Mittelspiel, um die Punkteteilung anzubieten. Gerhard zierte sich zuerst, doch schon nach zwei weiteren Zügen war er es, der das Remis vorschlug: 0,5:0,5.

Ebenfalls keine Überraschung war das Remis an Brett 6, wo in der einzigen ausgeglichenen Begegnung Thomas „Anish“ Hirschinger (1987) sich mit Schwarz des stets originell spielenden Ralph Ritter (1940) zu erwehren hatte. Schachfreund Ritter tat sein Möglichstes (6.e3? und 8.Kf2!? im 4.f3-Nimzo-Inder), um das Gleichgewicht zu stören, doch nach überstandener Eröffnungsphase fügte man sich in das Unvermeidliche – 1:1.

Nachdem Dieter die letzten verzweifelten Gegenangriffe abgewehrt hatte (2:1), fragte ein etwas zerknirschter Rolf Bernhardt (2137) bei Nico Kopp (der Tobias Nicklis als Mannschaftsführer vertrat) nach, ob er an Brett 2 in einem völlig ausgeglichenen Endspiel ein Remis anbieten dürfe. Er durfte und somit konnte Lambsheim dank einer weiteren starken Vorstellung von Thomas Mühlpfordt (1928) den nächsten halben Punkt einstreifen – 2,5:1,5.

Dann das Drama an Brett 1: Björn Kopp (2227) hatte den zweiten jugendlichen Spitzenspieler Lambsheims, Felix Wacker (1950), mit bestem dynamischen Schach zuerst völlig überspielt, dann aber den Faden verloren (Weiß am Zug):

Hier führen viele Wege nach Rom, am klarsten – weil am harmonischsten – sind vermutlich 21.Sc5 und 21.Tge1. Der Partiezug 21.Tde1 (die Idee 22.Tg5 soll in der Stellung bleiben) verdirbt nichts, doch nach 21…Le6 22.Tg5 (22.d7+!) hxg5 23.Dxh8 000 kam Schwarz tatsächlich noch zur Rochade, während Björn – immer noch in Gewinnstellung – mit Kasparov-gleichem Kopfschütteln aus seiner Unzufriedenheit kein Geheimnis machte. Wenig später kam es aber noch dicker für das Landauer Spitzenbrett (Weiß am Zug):

Das schnöde 26.b3 gewinnt hier den schwarzen Läufer und die Partie, während 26.Ld3? De6! Schwarz endgültig vom Haken ließ. Drei Züge später bot Björn, dem nur noch weniger als eine Minute Bedenkzeit verblieben war, frustriert Remis an. In ein bis zwei Jahren wird Felix Wacker vermutlich genügend Coolness besitzen, um bei noch 20 Minuten eigener Restbedenkzeit das Momentum zu nutzen und einen angeschlagenen Favoriten zumindestens noch bis zur Zeitkontrolle zu quälen – diesmal nahm er das Angebot aber noch erleichtert an: 3:2.

An Brett 3 war derweil Dr. Wolfgang Grünstäudl (2134) nach angenehmen Eröffnungsverlauf gegen Dr. Werner Mühlpfordt (1952) mit einem zu verhaltenen Mittelspielplan auf Abwege geraten. Als sich der Landauer plötzlich in etwas beengter Lage wiederfand (eigentlich hatte er Raumvortei besessen), nutzte Dr. Mühlpfordt dies geschickt zu einem Remisangebot. Wolfgang kämpfte aber weiter (was konkret das nicht gerade hyperaktive Damenmanöver De3-d2-e2-f1 bedeutete) und wurde in einer von beiden Seiten – zur Unterhaltung der Kiebitze! – suboptimal geführten Zeitnotphase schließlich belohnt (Weiß am Zug):

Mit 34.Lxg6! fand Wolfgang hier mit wenigen Minuten Restbedenkzeit die konkrete und beste Lösung. Sicherlich kein Zug, den man in Zeitnot gerne spielt, doch ansonsten konsolidiert sich Schwarz mit 34…Kg8 und die Türme drohen, aktiv zu werden. Nach 34…Db8 35.Df2 Dc7 36.Se6+! Txe6 37.Txd8+ Kg7 hätte 38.Lxh5! eine Mehrfigur behalten, doch auch die Abwicklung in ein trivial gewonnenes Turmendspiel mit 38.Dxf7+ Dxf7 39.Lxf7 Kxf7 40.Kf2 (ein Zug, den man als Vierzigsten gerne spielt!) sicherte nach wenigen weiteren Zügen den zweiten Landauer Sieg – 4:2.

Wie es sich geziemt, hatte der Mannschaftsführer die Chance, den Matchsieg sicher zu stellen. Nach einer von beiden Seiten intensiv geführten Partie beging Nico Kopp (2020) gegen Christian Langheinrich (1947) an Brett 7 jedoch in Zeitnot Harakiri (Weiß am Zug):

Mit den auf weißen Feldern festgelegten Bauern, dem aktiven schwarzen Turm und wenig Zeit ist die weiße Stellung nicht besonders angenehm zu spielen. Die logische Sequenz 38.Lxe5 dxe5 39.Df3 Dg7 (39…Kg7 40.h4) 40.Dh5+ bietet aber zumindest einen Weg, die Zeitkontrolle zu schaffen (und macht nebenbei tatsächlich Remis). Nico wollte mit 38.Lxg5? fxg5 39.Txg5 aber zu viel und wurde nach 39…Df7! 40.Kg1 Txe2! 41.Dxe2 Sf3+ brutal aus allen Träumen gerissen – 4:3.

Waren die Spieler der Zwooten über den Verlauf des Wettkampfs nicht gerade begeistert, so bestand zumindest am Gesamtsieg kein Zweifel, da an Brett 8 Joshua Wolfer (1934) gegen Andre Loßnitzer (1727) seit der Eröffnung eine Modellpartie zum Thema „Guter gegen schlechter Läufer“ ablieferte. Doch auch hier kam kurz vor der Zeitkontrolle Sand ins Getriebe (Schwarz am Zug):

35….h4! stellt auch den letzten schwarzen Bauern auf ein schwarzes Feld und macht den König mobil. Nach z.B. 36.Ld3 Kf6 37.a5 bxa5 38.Ta1 Ke5 39.Txa5 a6 (ein wichtiges Motiv zur Abriegelung des Damenflügels) hätte Schwarz seine Stellung weiter verbessert. Mit 35…g4 marschierte hingegen der falsche Bauer, was Schachfreund Loßnitzer mit 36.fxg4 hxg4 37.Th4 Tf7? (37…Te8) 38.Lxg4! Kg5 39.Le6! gekonnt zum Übergang ins Turmendspiel ausnutzte. Dort kämpfte Joshua unverdrossen weiter, lehnte noch ein Remisangebot ab, musste aber im 68. Zug doch die Punkteteilung akzeptieren – 4,5:3,5.

Während Kaiserslautern (6,5:1,5 gegen Vorwärts Orient Mainz) und Frankenthal II (7:1 gegen Bann) Kantersiege einfuhren, kam Landau II nicht wirklich in die Nähe eines der Papierform entsprechenden Ergebnisses. Jetzt gilt es, sich über die beiden wichtigen Mannschaftspunkte zu freuen und den wenig ruhmreichen Pflichtsieg gegen kampfstarke Lambsheimer als Teambuilding-Maßnahme zu verbuchen. Anfang Oktober kann die Zwoote gegen Neustadt (3,5:4,5 gegen Bingen) dann zeigen, was wirklich in ihr steckt.

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